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One Night in B… ähh Trieste

Triest: Eine Stadt mit kaiserlichem Flair, maritimer Geschichte und dem Silo-Parkhaus.

Bei unserem letzten Besuch waren wir von der einzigartigen Atmosphäre dieser Stadt verzaubert. Triest, wo sich österreichische Eleganz und italienische Lebensfreude vereinen, bietet eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und Erlebnissen. Ich fasse unseren 24-stündigen Aufenthalt zusammen, die Chronologie muss nicht stimmen.
Unser Aufenthalt im Hotel Roma war ein idealer Ausgangspunkt. Das Hotel besticht durch seine zentrale Lage und sein stilvolles Ambiente. Von dort konnten wir bequem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erreichen. Das Zimmer war komfortabel und ruhig, das Frühstück im fünften Stock sehr gut.
Die Parkmöglichkeit war leider etwas entfernt, im Parkhaus Silo, in der Nähe des Bahnhofs. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns den Stress beim Einchecken ersparen können, beim Hotel ist es kompleziert zu halten. Ursprünglich waren es Lagerhäuser im alten Hafen, die umgebaut wurden und nun als Parkhaus dienen. Diese Umwandlung zeigt, wie Triest seine historische Infrastruktur an moderne Bedürfnisse anpasst. Die „Silos“ sind ein Zeichen für die industrielle Vergangenheit, die jetzt eine neue Funktion im Stadtleben erfüllt. Der Preis von 12€ für 24 Stunden ist in Ordnung, nur die Kurven von einer Etage zur anderen sind sehr eng, sodass man mit einem längeren Auto vorsichtig fahren muss.

Ein Spaziergang am Canal Grande erinnert an Venedig. Die prächtigen Gebäude, die sich im Wasser spiegeln, schaffen eine malerische Kulisse. Hier pulsiert das Leben, und zahlreiche Cafés laden ein. Bedauerlicherweise sehen das auch hunderte andere Menschen so, sodass es unmöglich ist, einen Platz in einem der Cafés am Kanal zu finden. Entweder wurden wir von überforderten Kellnern ignoriert, oder nur Getränke waren nicht erwünscht.

Nach längerer Suche fanden wir etwas abseits, die Bar Twenty, wo es sehr nett war, sodass wir dort einige Zeit Menschen beobachteten und Hopfentee genossen. Die Angestellten waren sehr freundlich und flott, es war wirklich angenehm.

Zurück am Canal schossen wir noch schöne Fotos.

Auch rund um den Kanal gibt es Interessantes, wie das 2023 eingeweihte Denkmal für Maria Theresia in Form einer riesigen Münze, ein weiteres Highlight von Triest. Es erinnert an die Ära, in der die Kaiserin die Geschicke der Stadt lenkte und sie zu einem wichtigen Handelszentrum machte. Ihre Spuren sind bis heute sichtbar und zeugen von der Bedeutung der Habsburger Monarchie für Triest.

Oder die Bronzestatue von James Joyce auf der Piazza Ponterosso ist mehr als ein Kunstwerk. Sie ist eine Hommage an den berühmten Schriftsteller, der einen Teil seines Lebens in Triest verbrachte. Hier, in der Nähe, bewohnte er mit Nora Barnacle seine erste Wohnung in Triest. In Triest schrieb er Werke wie „Dubliner“, „Ein Porträt des Künstlers als junger Mann“ und begann mit „Ulysses“. Die Statue erinnert daran, dass Triest nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein Ort der Inspiration für Künstler und Denker ist.

Der Piazza Unità d’Italia, der Hauptplatz von Triest, ist ein architektonisches Meisterwerk. Er öffnet sich zum Meer und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Adria. Die umliegenden Gebäude zeugen von der kaiserlichen Vergangenheit. Diesmal beobachteten wir eine Art ‚Line Dancer‘ und eine Kunstinstallation aus roten Windrädern.

Unser Abendessen nahmen wir im Caffè degli Specchi ein. Es hat uns sehr gut gefallen, nur ist es hochpreisig. Die Casa Stratti, erbaut 1839, beherbergt das historische Caffè degli Specchi. Das Café, eröffnet im selben Jahr, wurde schnell zum Treffpunkt der Triestiner Gesellschaft. Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Gebäude mehrmals den Besitzer, darunter Assicurazioni Generali. Das Café war ein beliebter Treffpunkt für Literaten wie Italo Svevo und James Joyce. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Quartier für Besatzungsmächte. Das Café durchlebte mehrere Renovierungen und Besitzerwechsel, darunter Hausbrandt und Segafredo Zanetti. Heute ist es ein bedeutender Ort in der Triestiner Kaffeehauskultur. Alles in allem war es ein interessanter Besuch, aber wir werden eher keine Stammgäste. Obwohl das Personal sehr freundlich und das Essen gut war, passt das Preis-Leistungs-Verhältnis für uns nicht hundertprozentig.

Die Molo Audace, eine Mole, die weit ins Meer ragt, ist ein beliebter Ort für Spaziergänge. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und die Küste. Man kann toll Menschen beobachten, die dort picknicken oder den Sonnenuntergang genießen.

In der Nähe ist auch eine Marina, in Meer neben der Marina und der Mole sieht man hunderte Quallen. Die laut eines Einheimischen im Frühling immer zu beobachten sind.

Das konfiszierte russische Segelschiff White Pearl, eine imposante Segelyacht, liegt seit 2022 vor Triest. Es ist ein beeindruckendes Zeugnis der aktuellen politischen Lage, und ich frage mich, ob es nicht andere Wege gäbe, mit konfisziertem Gut Kriegsflüchtlingen zu helfen, statt es brachliegen oder verrotten zu lassen. Wie auch immer, als eine Art Lost Place fotografiere ich es immer wieder gerne. Zur Geschichte des Bootes habe ich bereits einiges geschrieben, siehe Links.

Triest ist eine Stadt der Kontraste, in der sich Geschichte und Moderne, Kultur und Natur vereinen. Ob man die prächtigen Gebäude bewundert, am Hafen flaniert oder die kulinarischen Köstlichkeiten genießt – Triest bietet für jeden etwas.

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2 Kommentare

  1. Trieste hat mir bei meinem Kurztrip auch total gefallen. Muss da unbedingt noch mal hin.
    Die Straßen-/Bergbahn nach Opicina soll nun auch wieder fahren. Da würde ich gerne mal eine Tour mit machen. Spannende Strecken landschaftlich wie technisch. Habt ihr die zu Bahn zufällig gesehen?
    Viele Grüße
    Michael

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